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Freigegenstand Unternehmensplanspiele

Der Freigegenstand „Unternehmensplanspiele“ will dem gesteigerten wirtschaftlichen Bedürfnis nach mehr „Business-Entrepreneurship-Education“ beitragen. Durch das Führen eines Unternehmens in Planspielen gelingt es, die Teilnehmer zu Eigeninitiative, unternehmerischer Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln zu bewegen.

Die Vorteile komplexer Unternehmensspiele und -simulationen liegen darin, dass

  • ganze Unternehmen sowie einzelne Teilbereiche modellhaft dargestellt werden können. 
  • Lernen nach dem Prinzip „trial and error“ - also Versuch und Irrtum - möglich ist.
  • Schüler/Teilnehmer einen ganz anderen Zugang zur Materie bekommen und dabei das Lerntempo, manchmal auch Lerninhalte selbst bestimmen.
  • durch den Entscheidungszwang, dem die Mitspielen ausgesetzt sind, Interaktionen in Gruppen ermöglicht werden, die in „normalen Unterrichtsabläufen“ kaum realisierbar sind. Die Entscheidungen der Teilnehmer führen in letzter Konsequenz zu Ergebnissen, mit denen die Gruppe, das Unternehmen, aber auch der simulierte Markt bzw. die dargestellte Volkswirtschaft leben muss.

In großen Unternehmungen wie Bank-Austria, Philips, Siemens, Opel-Austria, BMW, Daimler-Benz, Eduscho, AUA, Lufthansa, Nestlé etc. werden in Seminaren und Schulungen Planspiele für Führungskräfte eingesetzt. Ebenso werden bei Assessment-Centers zur Auswahl von qualifiziertem Personal Unternehmenssimulationen zum Erkennen vom Teamfähigkeit, strategischem und ganzheitlichem Denken und Durchsetzungsvermögen herangezogen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen von Planspielen:

  • Computersimulationsmodelle:
    Hier liegt der große Vorteil in der Geschwindigkeit, mit der Szenarien am Computer „durchspielt“ werden. So schrumpfen die für das Lernen hinderlichen langen Zykluszeiten realer Prozesse auf wenige Minuten, und es können in wenigen Stunden oder Tagen Erfahrungen im Umgang mit dem System gewonnen werden, die in der Realität Jahre in Anspruch nehmen würden.
  • Haptische Modelle:
    Das sind Planspiele, die einem ganz normalen Brettspiel gleichen (können), ohne dabei an Komplexität zu verlieren. Auch hier können Unternehmen, ja sogar Volkswirtschaften abgebildet werden, wobei das Erlernen von Routinen und die Übernahme von Rollen mehr in den Vordergrund gedrückt wird. Ein Computer wird allerdings nicht eingesetzt.

In den vergangenen Schuljahren wurde im Freigegenstand „Unternehmensplanspiele“ die äußerst komplexe Computersimulation TOPSIM General Management eingesetzt. Dabei handelt es sich ein Industrie-Planspiel, in dem die Teilnehmerinnen in die Rolle von Vorständen schlüpfen, um die Geschicke des Unternehmens zu steuern. Als ManagerInnen in den Unternehmensbereichen Einkauf, Fertigung, Personalplanung, Forschung und Entwicklung bis hin zu Marketing und Vertrieb müssen sie für 5-6 Geschäftsjahre analysieren, planen und entscheiden.

Dabei werden Themen wie Produktlebenszyklen, Personalqualifikation, Produktivität, Rationalisierung, Umweltaspekte, Aktienkurs, Unternehmenswert behandelt, sowie Kostenrechnung und Kalkulation erlebbar gemacht.

Weitere Planspiele und Simulationen, die im Freigegenstand eingesetzt wurden:

ÖKONOMIA – ein volkswirtschaftliches Planspiel (in Kooperation mit der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft)

ÖKOLOGIE & ÖKONOMIE – ein betriebs- und volkswirtschaftliches Planspiel (in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien)

HEUREKA – ein umfassendes Brettplanspiel, sowohl in der Light- als auch in der Heavy-Version

MICROWAVE – ein einfaches RW-BW-Planspiel

Die Teilnahme an Planspielen setzt die Bereitschaft voraus, sich intensiv mit einer meist neuartigen Materie auseinanderzusetzen. Das Wort „intensiv“ bezieht sich dabei nicht nur auf die fachliche Tiefe, sondern auch auf das zeitliche Ausmaß. Den Teilnehmern am Freigegenstand „Unternehmensplanspiele“ sei an dieser Stelle gedankt, dass sie bereit waren, miteinander einige Wochenenden zu verbringen.

Von Lehrerseite lässt sich sagen, dass es immer schön war zu beobachten, wie jeder Schüler/jede Schülerin seine/ihre in den vergangenen Jahren an unserer Schule erworbenen Stärken und Fähigkeiten einsetzen konnte. Verschiedene Rollen wurden in den Gruppen übernommen, Wissen aus den Gegenständen Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Volkswirtschaft und den Ausbildungsschwerpunkten praktisch verwertet und das Miteinander in Form von Teamfähigkeit unter Beweis gestellt. Bleibt zu hoffen, dass auch in den kommenden Jahren die Tradition dieses Freigegenstands hochgehalten und fortgesetzt wird.

Prof. Peter Rak
 


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